Papier ist ihr Element.

Ihr Leben zwischen zwei Kulturen – der ihres kolumbianischen Geburtslandes und der ihrer bayer-ischen Wahlheimat – spiegelt sich in ihren Arbeiten. Elemente aus beiden Kulturen treten immer wieder auf. Ihr binationales Leben ist für die Künstlerin ein Antrieb in ihrer schöpferischen Welt.

Das Hauptelement in Raquel Hofers Werken ist die Natur. Hiermit ist jedoch keine sanfte Idylle gemeint, sondern das wilde, kraftvolle Aufbäumen der Naturkräfte gegen die Mächte der Zerstörung. Daß dabei manches Unvereinbare zusammengeführt wird, manches Gegensätzliche ineinandergreift, daß mancher Bruch entsteht, der nur notdürftig mit Nähten zusammengehalten werden kann, ist ein Wesensmerkmal ihrer Bilder.

Als Symbol für den schöpferischen Menschen hat sie die Hand gewählt. Hände können sowohl auf-bauen als auch zerstören, Freude schenken als auch Leid verursachen. Hände sind Ursymbole und archetypische Formen.

Ihre Materialien sind Papiermasse, Fichten- und Zuckerrohrfasern sowie grobes Recyclingpapier, aus denen sie unter anderem dreidimensionale Objekte baut.

Besonders bedeutungsvoll in ihrem Leben ist das aktive sozial-politische Engagement, welches sie oft in aufsehenerregenden Aktionen, zusammen mit anderen Künstlern, wie z.B. „Die Kinder des Regen-waldes“, „Mahnmal für die Natur im Gasteig“, „Frauen in Bosnien“, zum Ausdruck gebracht hat.